Seite 7 - Auszeichnung 2010 - 2013

Basic HTML-Version

aber auch ökonomische Diskussionen auslösen, sind
in der Lage, den Zeitgeist einzufangen und die Erinne-
rungen an diesen für immer zu sichern. Die prämier-
ten und in dieser Zusammenstellung festgehaltenen
Objekte sind damit Dokument und Denkmal zugleich.
Auszeichnungs- und Anerkennungspreise sind staatli-
che Förderinstrumente. Über ihre Bedeutung herrscht
weitgehend Einigkeit: Qualität auszeichnen heisst im-
mer auch Qualität fördern. – Der Auswahlprozess, der
dazu führt, ist stets transparent, und die angewandten
Kriterien schaffen Klarheit. In unserem Fall schaffen
sie Klarheit über die Aufgabe von Architektur in un-
serer Gesellschaft. Ausgezeichnete Architektur liefert
einen wichtigen Beitrag zur Behandlung aktueller
Themen, vereint gesellschaftliche Wichtigkeit mit
ästhetischen Ansprüchen. Architektur wird nicht zu-
letzt durch die Auszeichnung hervorragend gestalteter
Objekte zu einem Vergnügen, und zwar nicht nur für
«eingeweihte» Kreise.
Als Vertreter der Kantonsregierung und damit als
Schirmherr der Architekturauszeichnungen des Kan-
tons Solothurn 2013 bedanke ich mich bei den Fach-
personen des Kuratoriums für Kulturförderung des
Kantons Solothurn sowie der sia Sektion Solothurn
für die Durchführung und Dokumentation der Preise.
Mein ganz besonderer Dank geht an Dr. Ernst Hauri,
Direktor des Bundesamts für Wohnungswesen. Das
Bundesamt für Wohnungswesen führt jedes Jahr in
Partnerschaft mit der Baudirektion der Stadt Gren-
chen die «Grenchner Wohntage» durch. Im Rahmen
dieser Aktion vergibt der Kanton Solothurn traditions-
gemäss seine Architekturauszeichnungen.
Dr. Remo Ankli
Regierungsrat, Vorsteher des Departements für
Bildung und Kultur des Kantons Solothurn
Architektur umgibt uns, Architektur prägt uns – tag-
täglich, oft unbemerkt, aber immer mit individueller
und nachhaltiger Wirkung. Wie wir – als Einzelper-
son oder im Kollektiv – mit Architektur umgehen,
ist wichtig. So wichtig, dass die Kantone Aargau und
Solothurn übereingekommen sind, den Schulen zum
Thema Architektur verwendbare Unterrichtshilfen
anzubieten. In diesen zwei Kantonen nimmt man also
die Architektur derart ernst, dass man den Schulen
die Möglichkeit gibt, Jugendliche zu befähigen, sich
zur Sache zu äussern. Wir können damit rechnen,
dass in unserer Gegend über kurz oder lang junge
Menschen an die Architekten klar definierte Ansprü-
che stellen werden. Sie wollen nicht einfach ein Dach
über demKopf haben und einen Keller als Lagerraum,
sie stellen ökonomische und ökologische Ansprüche.
Für sie wird Architektur gestaltete Lebensumgebung –
nicht mehr und nicht weniger!
Die intensive Beschäftigung mit zeitgenössischen
Kulturbildern schafft entscheidende Grundlagen für
Kriterien zur Beurteilung von Qualität. «Architek-
tur ist immer Ausdruck einer Lebensanschauung»,
schrieb Kuratoriumspräsident und Architekt Heinz
L. Jeker im Rahmen der Architekturauszeichnungen
von 2010. – Wir wissen, dass zum Teil widersprüch-
liche Wertvorstellungen existieren, und nur wenn
wir diese gründlich prüfen und sie als Massstab neh-
men, können einzelne Bauwerke zu einem wichtigen
Teil einer Baukultur werden. Daher gehört es zu den
Aufgaben der Kulturförderung, diese Diskussionen
zu unterstützen und damit das Bauen und seine nut-
zerspezifischen Funktionen zu einer kulturellen und
politischen Herausforderung zu erweitern.
Genau das will der Kanton Solothurn tun: Die Archi-
tekturauszeichnungen des Kantons, die seit 1998 im
Dreijahrestakt verliehen werden, können ökologische,
Architektur – Dokument und Denkmal der
jeweiligen Zeit und deren Kultur